{"id":1707,"date":"2018-01-23T11:54:43","date_gmt":"2018-01-23T10:54:43","guid":{"rendered":"https:\/\/swarafulk.de\/2018\/01\/die-ostgoten-in-bayern\/"},"modified":"2018-01-23T11:54:43","modified_gmt":"2018-01-23T10:54:43","slug":"die-ostgoten-in-bayern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/swarafulk.de\/en\/2018\/01\/die-ostgoten-in-bayern\/","title":{"rendered":"Die Ostgoten in Bayern"},"content":{"rendered":"<p>Die Ostgoten in Bayern<\/p>\n<p>Das heutige Altbayern setzt sich aus den ehemaligen r\u00f6mischen Provinzen  Raetia  secunda und Noricum Ripense zusammen.<br \/>\nF\u00fcr die Provinzen Reatia Prima und Noricum ist die Zugeh\u00f6rigkeit zum Reich der Ostgoten gesichert. Lange wurde dies von der Forschung f\u00fcr die Provinz Reatia Secund abgelehnt. Bestenfalls ging man von einem Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis des Voralpenlandes vom Ostgotenreich aus. <\/p>\n<p>Neue Funde und alte Quellen weisen aber in eine andere Richtung:<br \/>\nSo wurde von Theoderich den Gro\u00dfen ein Statthalter f\u00fcr die Provinz Reatia eingesetzt, der dux Reatiarum Servtius. Auch ist ein Schreiben \u00fcberliefert, in dem der ostgotische K\u00f6nig Athalarich, den Donaukarpfen als landeseigene Speise an der k\u00f6niglichen Tafel in Ravenna bezeichnete.<br \/>\nAber auch viele Funde in S\u00fcdbayern weisen auf die Ostgoten hin. In allen gro\u00dfen Reihengr\u00e4berfeldern in S\u00fcdbayern, wie zum Beispiel Altenerding oder Straubing wurden Frauenfibeln ostgotischen Typs gefunden. Die \u00e4lteren M\u00e4nnerbestattungen sind oft waffenlos, was typisch f\u00fcr gotische M\u00e4nnergr\u00e4ber ist. Speziell eine im Jahre 2005 ausgegrabene Gr\u00e4bergruppe in Unterhaching, die in die Zeit um 500 n.Chr. datiert wird, zeugt von der Zugeh\u00f6rigkeit der Bestatteten zum Ostgotenreich. Die Grabbeigaben in diesen Gr\u00e4bern, wie beispielsweise die mit Granaten verzierten Scheibenfibel und die erhaltenen Seidenreste, weisen auf den ostgotischen K\u00f6nigshof in Ravenna hin.<\/p>\n<p>Es ist sehr wahrscheinlich, dass unter dem Ostgotenk\u00f6nig Theoderich die von Odoaker begonnene Neuorganisation des Raumes zwischen Alpen und Donau vollendet wurde und die Donaugrenze zusammen mit verb\u00fcndeten Germanenst\u00e4mmen, wie den vor den Franken gefl\u00fcchteten Alemannen, gesichert wurde. Aus diesen \u201egemischten Grenztruppen\u201c hat sich der Stamm der Bajuwaren entwickelt. <\/p>\n<p>Die Herrschaft der Ostgoten n\u00f6rdlich der Alpen endete mit der Abtretung des Gebiets durch K\u00f6nig Witigis 536 n.Chr. an die Franken, um sich deren Neutralit\u00e4t w\u00e4hrend des Gotenkriegs in Italien zu sichern.<\/p>\n<p>Was ist von den Ostgoten geblieben? Au\u00dfer dass wir Bayern den Ostgoten wohl den Ansto\u00df zu unsere Stammesbildung verdanken, haben sich die Goten in der bayrischen Sprache verewigt. Bei den Wochentagen wie Er(ge)tag oder Irda und Erchta f\u00fcr Dienstag, von griechisch \u201eTag des Ares\u201c. Auch der Pfinzda f\u00fcr Donnerstag kommt vom griechischen pempte hemera, was f\u00fcnfter Tag der Woche bedeutet. Griechisch deshalb, weil die Goten seit dem 3. Jahrhundert im griechischsprachigen Raum siedelten und viele griechische Lehnsw\u00f6rter in ihre Sprache \u00fcbernahmen. Ein weiteres griechisches Wort ist Pfoad oder Pfaid f\u00fcr Hemd, von bait\u00e9 (Rock). Es gibt aber auch original gotische W\u00f6rter, wie Dult, von dul\u00fes f\u00fcr religi\u00f6ses Fest oder Maut, von m\u014dta f\u00fcr Zoll.<\/p>\n<p class=\"facebook-post-url\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/1179509282113282\/posts\/1760156814048523\">Facebook<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ostgoten in Bayern Das heutige Altbayern setzt sich aus den ehemaligen r\u00f6mischen Provinzen Raetia secunda und Noricum Ripense zusammen. 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